Dreikönigsaktar Stiftskirche Karden

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St. Castor
Karden

Pfarreiengemeinschaft

Treis-Karden


Pfarrgemeinde St. Castor, Karden

Um die Mitte des 4. Jahrhunderts, zwischen den Jahren 329-346 gründete der Priester und Glaubensbote St. Castor, der aus Aquitanien kam, eine der vier römischen Provinzen Galliens, die erste christliche Gemeinde an der Untermosel in Karden. Hier, wo die Druiden den Einfluss des Heidentums bewahrten, wollte der Missionar Castor, der von dem Trierer Bischof Maximin zum Priester geweiht wurde und den Auftrag hatte, das Christentum an die Untermosel zu bringen, leben und wirken.

Bischof Maximin war ebenso Aquitanier, wie auch sein enger Mitarbeiter Lubentius, der im Moselort Kobern verehrt wird. Auch die späteren Gefährten Castors, Herzog Potentinus und seine Söhne Felicius und Simplicius kamen in das quirlige römische Töpferdorf Cardena, um eine Missionsstation zu errichten. Die Bezeichnung „aquitanische Kolonie“ und die kirchlichen Beziehungen zwischen Trier und der römischen Provinz, sind somit vor diesem Hintergrund nachvollziehbar. Castor wurde sicherlich, als er in das Töpferdorf kam nicht mit offenen Armen aufgenommen. Dennoch ließ sich der Glaubensbote nicht abschrecken, zumal damals Kaiser Konstantin den Wandel vom heidnisch-antiken zum christlichen Kaisertum verfügte. Es vollzog sich der Wandel in der Anerkennung des Christentums als Staatsreligion.


Karden wurde bald Mittelpunkt für die Ausbreitung des Christentums an der unteren Mosel. Castor gründete mit seinem Gefährten die Urpfarrei Karden, baute das erste christliche Gotteshaus, welches der Muttergottes geweiht war. Es war die spätere Pfarrkirche, die Liebfrauenkirche, die außerhalb des römischen Kardens auf dem heutigen Friedhof stand. Zwischenzeitlich entwickelte sich eine große Priestergemeinschaft. Aus dieser Gemeinschaft wuchs das Kollegiatstift St. Castoris. So wird urkundlich erstmalig im Jahre 1084 ein Kollegiatskapitel in Karden erwähnt, welches zu diesem Zeitpunkt neben Probst und Dekan bis zu 24 Kanoniker zählte. Die Klerikergemeinschaft, die mit der Seelsorge beauftragt war, war fest eingebettet in den Bistums-Organisationsplan und hatte somit eine Reihe ihr unterstellten Pfarrbezirke an der Mosel, auf dem Hunsrück und in der Voreifel zu betreuen.


Schon im 10. Jahrhundert wurde Karden eines der fünf Archidiakonate, in das die Erz-Diözese Trier eingeteilt war. Die Verwaltung oblag dem Archidiakon, der in Personalunion gleichzeitig Chorbischof und Propst des Stiftes war. Die Ortsgeschichte Kardens war somit durch das Herrenstift mit seiner kirchpolitischen Ausstrahlung stark geprägt. In der Glanzzeit des Stiftes entstanden im 12. u.13. Jahrhundert die schönsten Bauten des Stiftsbezirks, so auch die heutige Castorkirche. Die Auswirkungen der Französischen Revolution fanden auch hier ihren großen Niederschlag. Das Herrenstift wurde im Zuge der Säkularisation im Jahre 1802 aufgelöst. Der Besitz von Grund und Boden kam zu Gunsten des französischen Staates zur Versteigerung. Alle weiteren kirchlichen Gebäude des Ortes, wie zwei Klöster, die „Obere- und Untere Klause“ wurden einem anderen Verwendungszweck zugeführt. Der Kapellenraum, der jetzigen Georgskapelle der „Unteren Klause“ wurde sogar von den Halfen, deren Pferde am Zugseil die Schiffe auf der Mosel vom Ufer aus stromaufwärts zogen, als Pferdestall genutzt. Die Stiftskirche St. Castor, die nicht die Pfarrkirche von Karden war, wurde kurzer Hand per Edikt von der französischen Regierung zur Hauptpfarrkirche erklärt.


In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatten Kirche und Klöster stark unter den negativen Auswirkungen des Kulturkampfes zu leiden. So kamen aus wirtschaftlichen Gründen zahlreiche Kunstwerke zum Verkauf. (kjz)©


Quelle: Helmut Ritter: Der Kardener Stiftsbote 1974 Nr. 5 u. 1976 Nr. 9; Karl Jos. Zimmermann: Mosel Echo 1998 Nr. 1; Kardener tragen ihren Patron Castor Rhein-Zeitung 2006 Nr. 24;


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Update: 14.06.2016

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Karden, Pfarrgemeinde St. Castor

Karden im Wandel vorchristlicher Zeit

Karden, Pfarrgemeinde St. Castor

Karden im Wandel vorchristlicher Zeit


Weit reichen die Spuren vergangener Epochen in Karden bis ins 3. Jahrtausend v.Chr. zurück. Jungzeitliche Funde dokumentieren eine sesshafte Wohnweise mit Ackerbau. Lückenlos lässt sich die Geschichte Kardens erst seit 100 v. Chr. verfolgen. In dieser Zeit lebten die Treverer, ein keltisch-germanischer Volksstamm in unserer Region, der seine Höhensiedlungen an Rhein und Mosel angelegt hatte und zu dem Volk der Gallier gehörte.


Westlich von Karden, zwischen Mosel, Brohl- und Pommerbach, errichteten die Treverer auf dem Plateau „Martberg“, topographisch“ Pommerner Mart“ genannt, einen Tempelbezirk zu Ehren ihrer keltischen Gottheiten.


Die Priesterschaft, die Druiden, die bei den Treverern in hohem Ansehen standen, beherbergten in ihrem Oppidum Ärzte, deren Heilkünste weit über die Grenzen des Bergheiligtums bekannt waren. Mit den Kriegszügen Gajus Julius Caesars (100-44 v.Chr.), kam das Moselland 52 v. Chr. unter römische Herrschaft und Verwaltung. Aber die Römer verdrängten die Treverer nicht. So kam es, dass sich keltisch-treverische und römische Dinge nicht nur in weltlichen sondern auch in religiösen Dingen vermischten. Den keltischen Gottheiten wurden römische Götter beigestellt, wie Lenus-Mars in dem Bergheiligtum auf dem „Martberg“. Lenus-Mars war der Landesgott der Treverer und somit auch die Hauptgottheit auf dem „Martberg“.


Das antike Karden, Vicus Cardena, wurde erstmalig in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts durch den Geographen von Ravenna erwähnt. Mit seinen vielen Töpfereien, deren Werkstätten sich am westlichen Ortsausgang befanden und von denen bis heute 23 Töpferöfen gefunden wurden, war der Vicus zu einem bedeuteten Produktionsort römischer Töpferware geworden. Somit stand das örtliche Töpfergewerbe eng mit dem keltischen Oberzentrum „Martberg“ in Zusammenhang. Die Votivgaben aus Terrakotta, die die Menschen als Dank an den treverischen Heilgott Lenus und den römischen Kriegsgott Mars in das Heiligtum auf dem „Martberg“ brachten, wurden in dem römischen Vicus gekauft und bescherten den Töpfern Brot und Wohlstand. (kjz)©


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