Pfarreiengemeinschaft

Treis-Karden

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St. Castor
Karden
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Uralte Portaltür aus Zirbelkieferholz im romanischen Stil


Schützend wie ein Burgtor zeigt sich die rustikale Kirchentür des romanischen Außenportals auf der Südseite der ehemaligen Stiftskirche St. Castor zu Karden. Mit über 30 grobgeschaffenen horizontalen Eisenbändern, deren Enden gespalten und zur einer Lilienform ausgeschmiedet sind, präsentiert sich die Tür aus einem jahrhunderte alten Zirbelkieferholz. Im Giebelsturz aus Basalt, in dem der Steinmetz ein Kreuz mit Blätterrosetten eingemeißelt hat, findet sich die Stelle, an der einst das Weihkreuz bei der Kirchweih aufgelegt wurde.

Heute noch findet der Betrachter der uralten ausgewaschenen Kirchentür ein Schlossschild, dessen Schlüsselloch für einen mächtigen Schlüssel mit einem Bartmaß von 80 Millimeter ausweist. ier zeigt sich der gefertigte Türbeschlag, in einer Rückbesinnung auf den gotischen Stil, der jedoch in der Gotik einen Türzieher nicht kennt. Dennoch, im kirchlichen Asylrecht spielte einst der Türzieher eine rechtliche Rolle.  


Seit dem Jahre 1059 wurde die Schutzzone auf einen bestimmten Radius um das Kirchenportal erweitert. So gab es auch den verbreiteten Brauch, dass der Türzieher  zum „Gnadenring“ wurde. Erreichte ein Verfolgter diesen „Gnadenring“ und er konnte sich an diesem festmachen, dann durfte er von keiner weltlichen Obrigkeit mehr verhaftet werden. Der Verfolgte hatte dadurch einen zeitlichen Gewinn und hatte die Hoffnung einen fairen Prozess zu bekommen. Ob sich solch ein Vorgang jemals an dem Portal der Stiftskirche ereignete, ist unbekannt. ©(kjz)


Quelle: Dr. Ernst Wackenroder. Die Kunstdenkmäler des Landkreises Cochem, Deutscher Kunstverlag 1959, Unveränderter Nachdruck 1984

Türen, Schlösser und Beschläge als historisches Baumaterial Florian Langenbeck Mila Schrader; Wickipedia; Beate Höfling: Christus Licht der Welt- Das Marktportal- Sich Festmachen an der Kirche - Kirchenasyl